Kategorie: Wissenwertes

  • Aufzuchtsfutter

    Mein Aufzuchtsfutter

    Mein Aufzuchtsfutter stelle ich seit einiger Zeit selbst her, Tipps und Tricks dabei hat mir mein Zuchtkollege Renè Alssema gegeben. Mit etwas Routine und der richtigen Küchenmaschine ist das Futter schnell und frisch zubereitet.

    1x Brokkoli (nur die Röschen nicht der Stiehl) in der Küchenmaschine zerkleinern (fein bis krümelig) danach in eine Schüssel geben,

    5x Zwieback und eine Portion Semmelbrösel (ohne Salz) und fertiges Eifutter kurz zerkleinern und mit ca. 2 Esslöffel Traubenzucker, 2x Esslöffel Spirulina mischen und dann unter den Brokkoli unterheben, bis eine fast trockene Masse entsteht, danach 10 hart gekochte Eier in der Küchenmaschine zerkleinern (aber nicht zu lange ansonsten werden sie matschig) und ebenfalls unter die Masse heben.

    Anstatt dem Zwieback und den Semmelbröseln nehme ich seit diesem Jahr Matzinger Hundeflocken, da ist auch noch Gemüse drin und die Feuchtigkeit bei der Herstellung wird besser aufgenommen.

     Die Reihenfolge muss eingehalten werden ansonsten wird es matschig und die Vögel fressen es nicht.

    Zu den Brokkoli kann man Erbsen, Karotten sowie anderes Gemüse oder Obst (Sellerie, Lauch, Apfel etc.) mischen aber immer auf passen da diese Gemüse und das Obst, mehr Feuchtigkeit enthält und die Masse dann matschig wird, am besten den Saft entfernen und nur nach Bedarf wieder zu geben. Wenn die Jungen gefüttert werden kann man auch gekochten Reis zerkleinern und unterheben, ca. 5 bis 8 Esslöffel auf das Rezept.

    Das Eifutter kann auch 1 bis 2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werde, als Faustregel gilt 1 Ei auf 3 Paar Vögel die anderen Zutaten dann anpassen, durch die grüne Farbe des Brokkoli (diese wird durch das Spirulina unterstützt) wird das Eifutter sehr schnell von den Vögeln angenommen. Außerdem hat man viele Möglichkeiten Wirkstoffe mit einzubringen z.B. Oregano (Verdauung) oder Farbfutter,

    Waldvögel nehmen es auch gerne mit Eberesche/Feuerdorn/Liguster oder mit Mehlwürmern/Maden, beim Dompfaff gibt man in der Brutzeit 1 Ei auf 2 Paar Vögel.

    Auch verfüttere ich Erbsen aus dem TK-Regal diese werden kurz mit kochendem Wasser  blanchieren, und nach dem Abkühlen in der Küchenmaschine zerkleinert, die Vögel sind ganz wild darauf.

  • Kochfutter

    Kochfutter anstatt Keimfutter

    Ich hatte das Problem das mein Keimfutter in diesem Jahr noch während dem Keimvorgang anfing zu schimmeln, das wiederholte sich permanent und ich konnte meinen Vögeln kein Keimfutter reichen.

    Also musste schnell eine Lösung für dieses Problem gefunden werden, ich unterhielt mich am Glosterstammtisch mit den Kollegen, dies hat mich nicht weitergebracht da alle Keimfutter verabreichten und der Keimvorgang immer identisch war.

    Bei meiner Recherche nach einer Lösung fand ich einen Bericht im Internet, in diesem wurde über die Herstellung von Kochfutter bei der Fütterung von Cardueliden berichtet. Die Zubereitung war eigentlich ganz einfach und mein Keimfutter konnte ich auch aufbrauchen, also probierte ich das Futter aus und bot es meinen Vögeln an. Das Ergebnis war fantastisch, die Elterntiere fütterten die Jungen hervorragend mit dem Kochfutter, ich konnte ziemlich schnell und auch sehr leicht Futter herstellen und musste den Keimprozess nicht abwarten. Meine Vögel dankten mir die Arbeit mit sehr schnellem Wachstum, gesunden und kräftigen Jungen.

    Mittlerweile habe ich noch Karotten in der Küchenmaschine zerkleinert und kurz abgekocht, danach werden diese mit balancierten Erbsen untergehoben den Vögeln gereicht. Von den Jungvögeln wird das Futter sehr gerne genommen da es dann schön weich ist und süßlich schmeckt, dadurch werden Sie schneller Futterfest.

    Herstellung:

    Einen Kochtopf mit Wasser zum Kochen bringen, dann ein Sieb mit der Menge Keimfutter einhängen das benötigt wird und ca. 7-10min. bei geringer Hitze köcheln lassen. Danach das Sieb entnehmen und unter kaltem Wasser abspülen, abtropfen lassen und schon ist es zum Füttern fertig.

    Nachtrag:

    Bei einer Analyse meines Keimfutters wurden Futtermilben festgestellt und diese haben das Keimfutter für den Keimvorgang verdorben, auf das Herstellen von Kochfutter hatten diese Parasiten keinen Einfluss.

  • Fütterung

    Körnerfutter:

    Körnerfutter wird in vielen Varianten für verschiedene Kanarien angeboten. Siehe hierzu einen Bericht auf der Seite von

    Birds and more

    Was Kanarien alles an Grünfutter fressen können!

    Löwenzahn, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Sauerampfer, Breitwegerich, Hirtentäschel, Huflattich

    viele Grassorten und Samenstände

    Vogelmiere, Beifuß, Feldsalat, Eisbergsalat, Kopfsalat, Chicorée, Endivien, Zuckerhut, Lollo Rosso, Lollo Bianco, Petersilie, Blätter von Roten Rüben, Blätter von Sellerie, Spinat

    verschiedene Gewürzkräuter wie:

    Pfefferminze, Basilikum, Kerbel, Estragon, Kresse Sorten, Fenchel, Möhren, Gurke, Apfel, Kiwi, Birne, Banane, Feige, Orangenstücke, Melone, Mandarinenstücke, alle Beerensorten, zarte Knospen frischer Zweige (ungespritzter Bäume), auch gekochte Kartoffel ohne Salz.

  • Nach der Zucht

    Nach der Zucht ist vor der Zucht

    Nach dem die Zucht beendet ist, die Jungen abgesetzt und futterfest sind, trenne ich die Jungen nach Corona und Consort.  Dies ist ganz wichtig da die Consort Vögel bei der Futteraufnahme Vorteile durch das größere Sehvermögen gegenüber den Coronas haben.

    Die Tiere bekommen ausreichend Grünfutter und allerlei Sämereien, auch Füttere ich weiter alle zweiten oder dritten Tag Keimfutter. Badegelegenheiten werden einmal pro Woche angeboten, ansonsten lege ich viel Wert darauf, dass die Vögel ausgiebige Sonnenbäder nehmen können, es ist immer wieder ein Schauspiel wie sie sich in der Sonne aalen.

    So zieht der Sommer durch das Land und in der Vogelzucht beginnt die etwas ruhigere Zeit.

    Hier beginne ich auch langsam mit der Selektion der Schauvögel diese werden getrennt von den anderen Untergebracht, nicht dass sie sich bei Zankereien gegenseitig die Federn ziehen. Ich behalte jedoch die übrigen Vögel genau im Auge da sich hier immer noch der ein oder andere Schauvogel verbirgt und dies am Anfang gar nicht so recht zeigen will. Ende September, Anfang Oktober setze ich die Schauvögel in Trainingskäfige um, wo diese bis zur ersten Schau (ca. 2 Wochenende im Oktober) bleiben. Die Trainingskäfige sind die Vögel gewönnt da ich immer ein paar alte Ausstellungskäfige an den Flugboxen anbringe und in diesem Übernachten die Vögel sehr gerne. Nach der Schau setze ich die Vögel wieder in Flug oder Zuchtkäfige (länge ca. 1,2 bis 1,5 m) aus diesen werden Sie immer eine Woche vor der Schau in die Trainingskäfige gesetzt, dies Funktioniert so gut das ich teilweise die Vögel gar nicht in die Hand nehmen muss da Sie von alleine umspringen. 

    Nach den hoffentlich erfolgreichen Schauen im Inland und Ausland werden die Vögel getrennt nach Geschlecht und Corona und Consort in Flugkäfige entlassen und dort können Sie in Ruhe den Winter verbringen. In dieser Zeit habe ich nur für düstere Tage etwas Beleuchtung an und diese auch nur bis 17 Uhr, damit ich meine Vögel gerade noch so versorgen kann.

  • Zucht

    Zuchtvorbereitung/Zuchtbeginn

    Die Zuchtvorbereitung beginnt direkt nach der Zucht, Hennen und Hähne werden in Flugboxen gesetzt.

    Die Jungen werden nach Corona und Consort getrennt und ebenfalls in Flugboxen gesetzt.

    Nun fängt das grobe Sortieren an. Welche Tiere bleiben für die nächste Zucht, welche gehen auf die Schau und welche gebe ich ab.

    In dieser Zeit füttere ich sehr abwechslungsreich. Kanarienfutter ohne Rübsen, Wildsämereien, Mohn, Perillasaat, Apfel, Salat, Chicorée, Gurke und für die Jungen etwas Eifutter.

    Im Dezember nehme ich dann die Feinsortierung vor, ich setze jede Henne einzeln und lege fest ob diese in der Zucht verbleibt, danach kommen die Hähne an die Reihe.

    Jetzt bekommen auch die Hennen Ihren Zuchtpartner zugeordnet, ist dies alles geschehen kommen sie wieder getrennt voneinander in die Flugboxen.

    Ab Anfang Januar steigere ich das Licht bis Anfang März auf ca. 14 bis 16 Stunden.

    Die Temperatur in meinen Räumen liegt bei ca. 13 bis 15°C Grad im Winter. Von einer kalten Überwinterung halte ich nichts und meiner Meinung nach bringt es mir keine Vorteile.

    Gegen März fahre ich mit der Temperatur auf 19 bis 20°C Grad nach oben und erhöhe die Luftfeuchtigkeit auf ca. 55%.Dies erreiche ich seit letztem Jahr über einen Luftwäscher der auch noch Staubpartikel aus der Raumluft wäscht.

    Ab Mitte Januar bekommen meine Vögel 1–2-mal die Woche Eifutter und 1-mal die Woche Keimfutter. Meine Hennen bekommen zusätzlich noch Neegersaat und Wildsamenmischungen.

    Diese Fütterung steigere ich bis Anfang März ganz individuell, so dass die Vögel nicht zu schnell in Brutstimmung geraden.

    Anfang Februar setze ich dann meine Hennen in die Zuchtboxen, ca. am zweiten Wochenende im März hänge ich die Nester ein. Normalerweise beginnen die Hennen nun sogleich mit dem Bau der Nester. Sobald die Nester fertiggebaut wurden, setze ich die Hähne zu den Hennen. Dies geschieht nach und nach damit ich die Paare im Auge behalten kann um jederzeit bei Streitigkeiten einzugreifen.

    Nach ca. zwei bis maximal drei Wochen beginnen die Hennen nun mit ihrem Gelege, die Eier entferne ich jeden Tag und lege diese in separate Boxen, die Hennen bekommen jeweils ein Kunststoff-Ei untergelegt. Am vierten Tag, wenn die Hennen das Gelege beenden, lege ich die Eier wieder zurück, somit ist gewährleistet das alle Jungtiere gemeinsam ausschlüpfen. Gleichzeitig mit dem legen des ersten Eies gebe ich kein Eifutter und Keimfutter mehr, damit beginne ich erst wieder einen Tag vor dem Schlupf der Jungen. Ansonsten werden die Hähne zu fett, sind satt und füttern nicht richtig. Jetzt steht meinem Vögeln alles zu Verfügung was Sie zur Aufzucht der Jungen benötigen, Eifutter Keimfutter Grünfutter etc. und einer guten Aufzucht sollte nichts mehr im Wege stehen.

    Nach ca. 25 bis 30 Tagen werden die jungen von den Eltern getrennt. Jetzt sollte man sie gut beobachten, damit sie auch richtig Futter aufnehmen. Ich lasse eigentlich immer ein paar alte Hennen bei den Jungvögeln, dann können sie sich am Verhalten der alten Hennen orientieren. Auch füttern manche der alten Hennen noch die Jungtiere weiter.

  • Parasiten

    Milben oder die Geisel der Vogelzucht.

    Vor ca. vier Jahren hatte ich ein Problem mit Milben, fast meine ganze Zucht ist mir ausgefallen.

    Seit dieser Zeit beuge ich vor, nach langem Suchen habe ich, die für mich beste Lösung gefunden.

    Ich bestäube meine Zuchtboxen am Boden und in den Schubfächern mit Kieselgur. Ritzen und Spalten werden ebenfalls ausgepudert.

    Kieselgur ist ein natürliches Mittel das am Tier und in der Umgebung eingesetzt werden kann. Ich bekam den Hinweis von einem Hühnerzüchter.

    Bei der Hühnerzucht wird Kieselgur schon viele Jahre verwendet.

    Die Vögel selbst erhalten eine zweimalige Behandlung mit Frontline, im Abstand von zwei Wochen.

    Ich verwende Frontline in der Pumpflasche, die Vögel erhalten je einen Pump Stoß auf den Bauch, das Gefieder blase ich vorher auf die Seite.

    Bevor ich die Nester (Tonnester) einhänge streiche ich diese mit Milban. Nesteinlagen und der Nestboden werden mit Kieselgur behandelt.

    Seitdem habe ich in meinem Vogelhaus keine Milben mehr gesehen und hoffe, dass dies so bleibt.